InfoCubes (SAP BW)

Datenmodell der InfoCubes wird von SAP als erweitertes Star-Schema bezeichnet.

Es ist die BW-spezifische Implementierung des Snowflake-Schmemas. Spezifisch meint hier die Verwendung von SIDs (Stammdaten-IDs) statt der Merkmalswerte.

Dimensionen

Jeder InfoCube hat

  • Maximal 16 Dimensionen
  • Drei sind fest vorgegeben:
    • Paket
    • Zeit
    • Einheit
  • 13 weitere können frei definiert werden

Jede Dimension kann maximal 248 InfoObjekte aufnehmen.

Faktentabellen

Enthält maximal 233 Kennzahlen und Dimensions-IDs.

Line-Item-Dimensionen in der Faktentabelle enthalten statt einer DIM-ID eine SID des Merkmals.

Zwei Faktentabellen pro InfoCube:

Unkomprimierte Faktentabelle

  • Wird genutzt bei normaler Bewirtschaftung des InfoCubes.
  • Analytische Zugriffe sind möglich

Zweck: Administration von Ladevorgängen (Requests) → Jeder Datensatz enthält die ID des Requests

Ziel / Optimum: Eine möglichst kleine unkomprimierte Faktentabelle → Komprimierung selbst dann durchführen, wenn keine Verdichtung der Daten oder Verbesserung der Performance statt findet.

Komprimierte Faktentabelle

Zweck:

  • Hohe analytische Performance / Performanceverbesserung
  • Verringerung des Datenvolumens durch Verdichtung
  • Erhalten der betriebswirtschaftlichen Aussagekraft der Daten

Wird erst durch explizite Ausführung der Komprimierung aus der unkomprimierten Faktentabelle befüllt. Dabei findet ggf. eine Verdichtung statt.

Komprimierung führt ggf. zu Nullwerten.

Nullwerte, wenn es sich nicht um Bestandskennzahlen oder Kennzahlen mit Ausnahmeaggregation handelt, können gelöscht werden.

Löschen von Nullwerten kann automatisiert werden mit Kennzeichen Mit Null-Elimination.

Nach dem Eliminieren von Nullwerten können verwaiste Dimensionseinträge entstehen → Dimensionen trimmen

Nachträgliches Löschen bestehender Nullwerte mit Programm RSCDS_NULLELIM.

Bestandskennzahlen

"Umgekehrte" Speicherung im BW: Rückrechnung alter Bestände aus aktuellem Bestand

Komprimierte Faktentabelle enthält eine Stützstelle maximal weit in der Zukunft, von der aus zurück gerechnet wird.

Kennzeichen Keine Stützstellenfortschreibung muss für Bestandsveränderungen korrekt gesetzt sein:

  • Historische Beladungen (vor der Initialbeladung) als Sonderbeladung behandeln
  • Sicherstellen, dass danach keine historischen Bestände mehr ins System gelangen

Gültigkeitstabelle (todo)

Wird angelegt für jeden InfoCube mit Bestandskennzahlen.

Inhalte der Gültigkeitstabelle können mit Transaktion RSDV angezeigt und verändert werden (In der Praxis eher zur Kontrolle als zur Veränderung).


Indizierung von Faktentabellen (todo)

Aggregate (todo)

Redundante Speicherung von Daten mit geringerer Granularität, um sie für analytische Anforderungen vorzuverdichten.

Analytical Engine entscheidet, ob Daten aus einem InfoCube oder einem Aggregat gelesen werden.

Anlage von Aggregaten zu InfoCubes per Transaktion RSDDV oder über InfoCube Kontextmenü.

Initialbefüllung:

  • Menü Aggregat → Aktivieren und füllen
  • Prozesstyp Initiales Füllen neuer Aggregate in Prozessketten

Wartungsmaßnahmen

Können mit der Transaktion RSRV "Analyse und Reparatur von BI-Objekten" durchgeführt werden:

  • Mehrfache Einträge in Dimensionen eines InfoCubes
  • Trimmen von Dimensionen: Nicht verwendete Einträge in Dimensionen eines InfoCubes


Tabellenübersicht

Tabelle Zweck
Unkomprimierte Faktentabelle
Komprimierte Faktentabelle Performanceverbesserungen
Gültigkeitstabelle Bestandskennzahlen